Apple hat seine zweite iPhone-Version vorgestellt, mit UMTS-Zugang, Satellitennavigation - und zum halben Preis. Die Kritiker überzeugte das trotzdem nicht.von Ben Schwan

Die Werbemaschinerie läuft erneut an: Das iPhone 3G ist da Bild: dpa
Wer sich bislang beim Kauf von Apples "Wunderhandy" iPhone noch zurückhielt, tat dies vor allem aufgrund technischer Defizite. Apple-Boss Steve Jobs schickte sich am Dienstagabend nun an, diese zu beheben: Wie die Branche erwartet hatte, stellte er beim Entwicklertreffen "WWDC" in San Franciso ein überholtes, zweites iPhone-Modell vor. Mit der neuen Version behebt Apple zwei wichtige Kritikpunkte: Dass das Vormodell nicht UMTS-fähig und damit beim Surfen im Internet etwas langsam war - plus die fehlende Satellitennavigation.
Beide Funktionen, ein "3G"-Chip für UMTS und ein GPS-Empfänger für die Satellitennavigation, sind künftig integriert. Mit der neuen Technik soll der Download von Web-Seiten mindestens doppelt so schnell werden und die Nutzerschaft sich mit dem iPhone nie mehr verlaufen können - ein abgestuftes System ortet den Handy-Besitzer und zeigt ihm sein Umfeld auf einer "Google Maps"-Karte an, ermöglichst es beispielsweise, alle in der Nähe gelegenen Pizzarestaurants, Museen oder U-Bahn-Stationen zu orten.
Die zweite wichtige Neuerung ist keine technische: Es ist eine Änderung beim Vertrieb. In den nächsten Monaten soll das iPhone in über 70 Ländern angeboten werden, darunter ganz Europa, aber auch Japan, Kanada, Südamerika, der Nahe Osten, Australien, Neuseeland, sowie Teile Afrikas und Südostasiens werden bedacht. (Die aufstrebenden Märkte China und Russland fehlen derzeit noch.)
Statt sich Anteile am Gesprächsumsatz zu sichern, wie dies Apple bei der ersten iPhone-Version getan hatte, setzt der Hersteller künftig auf den reinen Geräteverkauf. Im Gegenzug subventionieren die zahlreichen Netzbetreiber, die mit Apple zusammen arbeiten, das iPhone 3G: Es wird ab 199 Dollar erhältlich sein und damit zum halben heutigen Preis angeboten. In einigen Ländern erfolgt der Vertrieb außerdem über mehrere Mobilfunkanbieter. Die Startmärkte für das erste iPhone in Europa und den USA sind davon allerdings bis auf Österreich ausgenommen: So wird man auch in Deutschland das iPhone weiterhin nur bei T-Mobile bekommen. Genaue hiesige Preise und Tarife sollen bis zum 11. Juli bekannt gegeben werden, wenn das iPhone 3G erstmals in den Läden stehen wird.
Weitere Neuigkeiten, die Steve Jobs in San Francisco verkündete, betrafen allein die Software-Seite: So wurden zahlreiche Anwendungen für das iPhone präsentiert, die ab Juli über einen Online-Laden direkt auf dem Handy verkauft werden sollen. Neben Spielen, die sich über den eingebauten Bewegungssensor durchaus interessant steuern lassen, wurden auch geschäftliche Programme gezeigt - etwa für Ärzte, die mit dem iPhone künftig CT-Bilder analysieren können sollen.
Ein Video, das Jobs in San Francisco zeigte, betonte außerdem die Eignung des Gerätes für große Konzerne: So soll es sich in bestehende Microsoft-Infrastrukturen problemlos integrieren lassen und so bestehenden Smartphones der Varianten Blackberry und Windows Mobile überflüssig machen. Eine neue Abgleichsoftware namens "MobileMe" will Apple ebenfalls bald vermarkten: Für 100 Euro im Jahr kann man darüber Mails, Kalenderdaten, Bilder und andere Datentypen mit verschiedensten Geräten vom iPhone über den Mac bis zum PC synchron halten.
Zuletzt gab Jobs außerdem erste Hinweise auf die Zukunft des Mac-Betriebssystems OS X: Es soll in rund einem Jahr in einer neuen Variante namens "Snow Leopard" vorliegen. Viele neue Funktionen sind dabei allerdings nicht geplant - Apple will die aktuelle Plattform "Leopard" vor allem zukunftsfähig machen.
Die Reaktionen auf Jobs' Ankündigungen waren gemischt: Direkt nach seiner Rede krachte Apples Aktienkurs zunächst um fünf Prozent nach unten, stabilisierte sich dann später aber auf ein kleineres Minus. Analysten kritisierten im Anschluss an die Veranstaltung vor allem, dass Apple allein Pflichterfüllung betrieben habe - so tat sich bis auf UMTS und GPS bei der Hardware wenig, nicht einmal mehr Speicher wird angeboten.
Auch beherrscht das iPhone trotz schnelleren Netzzugangs nach wie vor keine Videotelefonie - hier fehlt schlicht die zweite, zum Nutzer gerichtete Kamera. "Es ging bei diesem Event nicht um das Gerät selbst", kommentierte Apple-Experte John Gruber, "in einem Jahr wird das iPhone 3G von einem anderen neuen Modell ersetzt". Worum es Apple ginge, sei die Plattform - und die werde dank der verbilligten Preise nun mit Macht erzeugt.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
10.06.2008 11:43 | Volker Goller
Videotelephonie fehlt also. Und deswegen sinkt der Kurs? Die Börse ahnt nicht mal, was Apple da anrichtet. Da sieht man wie ...