Klagenfurt verbietet zur Fußball-Europameisterschaft Fahrräder - und verspricht Autofahrern kostenloses City-Parken. Begründung: Fahrräder können Wurf-Geschosse sein.

Umweltpolitik aus der Mottenkiste: Klagenfurt Bild: dpa
KLAGENFURT dpa Klagenfurt präsentiert sich bei der Fußball-Europameisterschaft nicht gerade umweltfreundlich. Während die Stadt Autofahrern sogar kostenloses Parken in der Innenstadt verspricht, sollen Fahrräder verboten werden. Der Grund: Die Drahtesel seien ein Sicherheitsrisiko, weil sie als Wurfgeschosse missbraucht werden könnten, meint Bürgermeister Harald Scheucher.
Die Hauptstadt von Kärnten, wo die deutsche Nationalmannschaft zwei ihrer drei Vorrundenspiele austrägt, bringt sich damit zum wiederholten Male in die EM-Schlagzeilen. Schon die Vergabe des Auftrags für das teure Wörthersee-Stadion musste vor Gericht entschieden werden. Im vergangenen Dezember wurde dann der Chef des städtischen Organisationskomitees entlassen, weil er sein Ausgabenkonto massiv überzogen hatte. Und in den vergangenen Monaten gab es immer wieder heftige Diskussionen über die Zahl der Fanzonen in Österreichs kleinster EM-Stadt.
Großzügig zeigt sich Klagenfurt lediglich gegenüber den in der Stadt wohnenden Kindern: Während der Europameisterschaft haben sie an den Spieltagen in diesen Städten fußballfrei. Das entschied das Stadtschulamt. Schlecht dran sind dagegen die Schüler in der Hauptstadt Wien, wo am 29. Juni das Endspiel stattfinden soll. Die mehreren hunderttausend Schüler in der Hauptstadt müssen an den Spieltagen wie immer die Schulbank drücken. "Es gibt einfach keinen Grund, warum wir die Schulen schließen sollten", sagte ein Sprecher des zuständigen Schulamts am Dienstag.
Während in Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt jeweils drei Vorrundenspiele ausgetragen werden, wird in Wien einschließlich des Endspiels am 29. Juni insgesamt siebenmal gespielt.
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