Homosexuelle in der Türkei erleben täglich Schikane. Jetzt wird ihr Verein Lambda verboten - weil er "gegen das Gebot zum Schutz der Familie" und die "Moral" sei.

In Istanbul eher nicht zu finden: ein Homo-Maibaum. Bild: dpa
BERLIN/ISTANBUL taz/afp Sein Name sei ganz und gar nicht türkisch - außerdem verstoße der Homosexuellen-Verein Lambda Istanbul gegen das Verfassungsgebot zum Schutz der Familie und gegen die "Moral" des Landes. Mit dieser Begründung hat ein Gericht in der Türkei die Organisation, die Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transvestiten und Transsexuellen unterstützt.
"Lambda" ist der griechische Buchstabe "L" und ist in der weltweiten Homosexuellen-Bewegung ein Symbol für Freiheit. Das Gericht folgte dem Antrag der Anklage und verbot den Verein. Lambda Istanbul, will sich gegen das Urteil vor dem Obersten Berufungsgericht in Ankara zur Wehr setzen, wie die türkische Presse am Freitag berichtete. Notfalls wolle der Verein auch vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg ziehen.
Das Urteil ist ein weiterer Rückschlag für die türkische EU-Bewerbung; der türkische EU-Experte Cengiz Aktar wurde mit den Worten zitiert, die Entscheidung dürfte als Beispiel für negative Entwicklungen in den nächsten EU-Fortschrittsbericht eingehen und der Türkei Kopfschmerzen bereiten. Obwohl Homosexualität in der Türkei nicht verboten ist, werden Homosexuelle von den Behörden und der Justiz mit großem Misstrauen betrachtet.
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Leserkommentare
01.06.2008 11:47 | Olaf
Ich verstehe eure aufregung nicht ist die Türkei in der eu nein immer werden neue leitfäden von der eu aufgetragen aber änd ...
30.05.2008 12:50 | Andy Dote
Nur eine Anmerkung dazu: Die hier in Deutschland lebenden Türken sind im Schnitt mindestens genauso konservativ wie diejeni ...