Kaum hat die US-Eliteuni angekündigt, ihre Forschungsergebnisse frei im Netz zu publizieren, schon wird ein Teil ihrer Homepage gehackt - und bei Pirate Bay zum Download feilgeboten.von MEIKE LAAFF

Altehrwürdig, aber unsicher: Die noch funktionierende Hauptseite der Harvard Universität. Bild: screenshot harvard.edu
Die Harvard Universität gilt als Hort der Intelligenz - doch bei aller Geistesarbeit scheint man dort Sicherheitsfragen vernachlässigt zu haben. So wurde am Montag ein Teil der Harvard-Webseite gehackt. Noch am nächsten Mittag mitteleuropäischer Zeit konnte die Seite der "Harvard Graduate School for Arts and Science" nicht aufgerufen werden.
Und damit nicht genug: Auf der schwedischen Datentausch-Plattform "Pirate Bay" tauchte außerdem ein Download-Angebot mit dem Namen "Harvard's hack" auf. Eine 125 MB große, gezippte Datei steht dort zum Download über die Filesharing-Seite Bittorent bereit. Einem Begleithinweis zum Download zufolge soll die Datei ein Server-Backup der Seite beinhalten - inklusive wichtiger Passwörter. Zu ihrer Motivation schreiben die Hacker in diesem Text weiter: "Wir haben dieses backup veröffentlicht, weil wir demonstrieren wollen, wie unsicher der Harvard-Server ist."
Eine Ironie - denn gerade die geisteswissenschaftliche Fakultät der Harvard University war es, die vor einigen Tagen beschlossen hatte, die Publikationen ihrer Mitarbeiter frei verfügbar im Internet zu publizieren. Harvard ist die erste größere US-Universität, die sich zu dieser Open-Access-Policy bekennt. Ab April soll ein eigens dafür eingerichtetes "Office of Scholary Communication" alle Texte online stellen, während das Copyright der Texte bei den Autoren bleiben sollte. Neben der Online-Veröffentlichung soll es danach jedem Autor frei stehen, seinen Text auch in einem Fachmagazin zu veröffentlichen.
Die Idee dahinter: Forschungsergebnisse sollen jedermann zugänglich sein und nicht nur in Fachpublikationen gelesen werden. Denn die sind häufig sehr teuer, so dass selbst einige Universitätsbibliotheken sie sich nicht mehr leisten. Entsprechend heftig kritisierten Fachmagazine die Vorreiteraktion der Harvard-Fakultät. Schließlich wäre ihre Existenz bedroht, wenn künftig alle Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse online publizieren.
Ob es aber tatsächlich so weit kommen könnte, steht noch völlig in den Sternen. Denn jeder wissenschaftliche Harvard-Autor kann Einspruch gegen die Online-Veröffentlichung seiner Arbeit einlegen - so dass eben doch nicht alle Forschungsarbeiten frei zugänglich sein werden. Denn schließlich profitieren Wissenschaftler doch auch von der Veröffentlichung ihrer Arbeiten in Fachmagazinen - weil Kollegen so auf ihre Arbeiten aufmerksam werden und die wissenschaftliche Redaktion als eine Art Filter für qualitativ hochwertige Arbeiten gilt. Und außerdem haben Forscher aller Universitäten schon jetzt die Möglichkeit, ihre Arbeiten kostenlos im Netz zur Verfügung zu stellen - auf ihren eigenen Homepages nämlich. Eine Chance, von der nur wenige von ihnen bislang Gebrauch machen.
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Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

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